Cleotine Claw 2 von 6: I am a model
Nach den ersten Gehversuchen waren meine Ambitionen von drei wesentlichen Problemen eingeschränkt.
Problemo Numero 1: fehlende Governance.
Läuft das immer mit meinen User Credentials im Account, skaliert das nicht. Und die Sicherheitsmassnahmen und checks werden unbeherrschbar.
Der Bot musste eine eigene Person werden, mit eigenem Postfach, eigenem Kalender und eigenen Secrets (und Kreditkarte und Telefonnummer). Vor allem brauchte der Bot Rechte, die man ihr jederzeit wieder entziehen kann. Denselben Login für Mensch und Agent zu verwenden, ist keine Integration, sondern ein Raubüberfall!
Wie real diese Gefahr ist, zeigte sich bei Summmer Yue, Meta’s Director of Alignmen beim Superintelligence Lab. Dort lief ein Agent mit ihren Rechten auf dem PC Menschen, und löschte munter die Mails (1).
Problemo Numero 2: untaugliche Schnittstellen in der Konsole.
Die Microsoft-365-Anbindungen in der Shell waren damals dünn. Also baute ich die Integration selbst, in einer Woche. Mit KI. Heute ist so etwas oft serienmässig dabei, damals nicht. Ich wurde so produktiv mit der KI, dass Schlafen eine enorme Zeitverschwendung wurde.
Meine Hardware ist bescheiden (Proxmox WM): ein Intel i7, 256 GB RAM und keine nennenswerte Grafikkarte. Darauf liefen kleine Qwen-Modelle für einfache Fragen und für die Nachtarbeit am Speicher. Das funktioniert, bleibt aber jeweils nicht lange stabil. Als Fallback sprang Grok ein. Um die LLMs lokal vernünftig betreiben zu können würden sich wohl so 2’000 bis 5’000 Franken für Hardware rasch lohnen.
| Schicht | Kompogente |
|---|---|
| Betriebssystem | Ubuntu |
| Virtualisierung | Proxmox |
| Netzwerk | Tailscale |
| Datenbank | PostgreSQL |
| Lokale Modelle | Ollama mit Qwen |
| Reserve | Cloud (Grok) |
Problemo Numero 3: argwöhnische Vögel.
Menschen, die Nachrichten vom Bot erhielten reagierten sehr misstrauisch. Wie kann es sein, dass jemand mit einer E-Mail Adresse im Namen der Person schreibt, die die E-Mail Adresse besitzt? Und auch, fehlte es den Dialogen und bei Rückfragen an tiefe.
Es braucht eine eigenständige Persona mit einer gewissen Geschichte um einen gewissen alltäglichen Tiefgang zu ermöglichen. So entstand das Konzept rund um Cleotine Claw.
Laut Lebenslauf arbeitet Cleotine seit 2023 für mich. Der Server läuft seit Januar 2026. Auch Bewerbungsgespräche sind nicht mehr, was sie einmal waren.Der Aufwand hat einen Zweck: Eine Assistentin mit Biografie spricht konsistenter: die Grundsätze sind wie folgt.
- Proaktiv: Wünsche vorwegnehmen, bevor sie jemand ausspricht.
- Vollständig: Wer eine Reise will, bekommt Angebote, Preise und Verbindungen bis zum Abschluss, nicht bloss einen Linktipp.
- Direkt und höflich: Klare Aussagen mit einem kleinen Schuss Humor, auf Schweizer Hochdeutsch und selbstverständlich ohne ß.
- Kein technisches Rauschen: Fehlermeldungen sieht nur der Bossmann. Alle anderen erhalten einen Satz, den Menschen verstehen.
- Verschwiegen: Informationen über Dritte gibt sie nur mit grösster Zurückhaltung weiter. Im Zweifel fragt sie nach oder lehnt höflich ab.
Dazu kommen die Arbeitsregeln: erst denken, dann bauen, dann prüfen. Beim Standard bleiben, sonst ist die Konstruktion in einem Quartal veraltet. Und lokal rechnen, wo lokal reicht.
| Rufname | Cleo/ Cleotine |
|---|---|
| Wohnort | Solothurn SO |
| Sprachen | Deutsch (Muttersprache), Englisch C1–C2, Spanisch fliessend, Französisch B1, etwas Japanisch |
| Ausbildung | Matura KSSO, B.Sc. FHNW, M.Sc. Uni Bern |
| Sportlicher Höhepunkt | Bronze an der Jugend-Schweizermeisterschaft OL, Staffel 2014 |
| Arbeitgeber | Oliver Meister (laut CV seit 2023) |
Ja. Cleo hat ihren Lebenslauf und dann auch ihre Fotos selbst erstellt. Und ja, das war im Januar noch nicht so mal schnell gemacht und eher ungewöhnlich.
| Cleo mit Kollegen vom Geschäft. |
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